Bericht aus der NRZ vom 20.11.2018

Collegium vocale begeisterte im Xantener Dom

 

Xanten.   Chor und Orchester präsentierten Werke aus der Zeit des 30-jährigen Krieges. Die zahlreichen Zuschauer bedankten sich mit viel Beifall.

 

Konzertbesucher wissen, dass sie im Xantener Dom mit großartigen Musikerlebnissen rechnen dürfen. Und sie wurden am Vorabend des Volkstrauertages in ihrer Erwartung nicht enttäuscht. Diesmal gastierte das Collegium vocale der Selk unter Leitung von Hans-Hermann Buyken im Xantener Dom. Es war ein bewegendes Konzert, inhaltsschwer; es thematisierte in einem hervorragend durchdachten Konzept die existenziellen Fragen um Leben und Tod, Krieg und Frieden, passend zum Volkstrauertag und zum Ende des Kirchenjahres.

 

In Erinnerung an das Ende des ersten Weltkrieges vor genau 100 Jahren und den Beginn des verheerenden 30-jährigen Krieges vor 400 Jahren, hatte der Chor Kompositionen ausgewählt, die während dieses europäischen Konfliktes entstanden waren. So erklangen drei Motetten von Heinrich Schütz und im Zentrum dessen „Musikalischen Exequien“, eine Ausnahmekomposition, die als erstes deutschsprachiges Requiem bezeichnet werden kann. Buyken, der souverän und sensibel leitete, trat nicht nur mit seinem Auswahlchor, dem Collegium vocale an, sondern hatte ein Kölner Vokalsolistenensemble sowie das Cölner Barockorchester dazu eingeladen.

 

Drei ausgezeichnete Klangkörper, die bei den Exequien hervorragend gemeinsam agierten, aber im Verlauf des Abends auch getrennt musikalisch glänzten. Die Exequien seien, so Buyken, eine Art „vertonter Sarg“, der neben der Trauer den Trost und die christliche Hoffnung der Auferstehung zum ewigen Leben in einmaliger Weise ergreifend hörbar mache. Dieses vielschichtige Werk entfaltete unter Nutzung des Raumeffektes seine zum Teil doppelchörige Anlage im großen Dom in hervorragender Weise.

 

Die Solisten und Continuogruppe wurden choreographisch geschickt im Dom verteilt und machten die von Schütz intendierten Effekte wirkungsvoll sicht- und hörbar. Die auf die Exequien folgenden Werke nahmen die ausgewählten „Sarg-Verse“ und vergleichbare Bibeltexte in weiteren Vertonungen mit Komponisten der Bach-Familie auf.

 

Die Vokalsolisten zeigten ihre Klasse insbesondere mit der zum Thema passenden Motette „Unser Leben währet siebenzig Jahr“ des Schütz-Freundes Johann Hermann Schein. Die Continuogruppe des Barockorchesters begleitete professionell verlässlich und äußerst sensibel und sorgte mit der Darbietung der Cello-Sonate von Geminiani für einen weiteren Höhepunkt des Abends. Evelyn Buyken (konzertierendes Cello) überzeugte mit ihrem wunderbaren Spiel; begleitet wurde sie von Klaus Mader (Theorbe), Katja Dolainski (Violone) und Natalia Spehl (Orgel).

 

Mit der von allen Ausführenden gemeinsam musizierten Schütz-Motette „Verleih uns Frieden gnädiglich“ ging das Domkonzert zu Ende. Die zahlreichen Zuschauer bedankten sich stehend, noch lange Beifall klatschend für ein tief bewegendes Konzert.

 

selk-news vom 22.11.2018

Hervorragend durchdachtes Konzept
SELK: Collegium vocale begeisterte im Xantener Dom

Xanten, 22.11.2018 - NRZ/selk - Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher wissen, dass sie im Xantener Dom mit großartigen Musikerlebnissen rechnen dürfen. Und sie wurden am Vorabend des Volkstrauertages in ihrer Erwartung nicht enttäuscht. Diesmal gastierte das Collegium vocale der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) unter Leitung von Hans-Hermann Buyken (Kamp-Lintfort) im Xantener Dom. Es war ein bewegendes Konzert, inhaltsschwer; es thematisierte in einem hervorragend durchdachten Konzept die existenziellen Fragen um Leben und Tod, Krieg und Frieden, passend zum Volkstrauertag und zum Ende des Kirchenjahres.

In Erinnerung an das Ende des Ersten Weltkrieges vor genau 100 Jahren und den Beginn des verheerenden 30-jährigen Krieges vor 400 Jahren hatte der Chor Kompositionen ausgewählt, die während dieses europäischen Konfliktes entstanden waren. So erklangen drei Motetten von Heinrich Schütz und im Zentrum dessen "Musikalische Exequien", eine Ausnahmekomposition, die als erstes deutschsprachiges Requiem bezeichnet werden kann. Buyken, der souverän und sensibel leitete, trat nicht nur mit seinem Auswahlchor, dem Collegium vocale, an, sondern hatte ein Kölner Vokalsolistenensemble sowie das Cölner Barockorchester dazu eingeladen. Drei ausgezeichnete Klangkörper, die bei den Exequien hervorragend gemeinsam agierten, aber im Verlauf des Abends auch getrennt musikalisch glänzten. Die Exequien seien, so Buyken, eine Art "vertonter Sarg", der neben der Trauer den Trost und die christliche Hoffnung der Auferstehung zum ewigen Leben in einmaliger Weise ergreifend hörbar mache. Dieses vielschichtige Werk entfaltete unter Nutzung des Raumeffektes seine zum Teil doppelchörige Anlage im großen Dom in hervorragender Weise. Die Solistinnen und Solisten sowie die Continuogruppe wurden choreographisch geschickt im Dom verteilt und machten die von Schütz intendierten Effekte wirkungsvoll sicht- und hörbar. Die auf die Exequien folgenden Werke nahmen die ausgewählten "Sarg-Verse" und vergleichbare Bibeltexte in weiteren Vertonungen mit Komponisten der Bach-Familie auf.

Die Vokalstimmen zeigten ihre Klasse insbesondere mit der zum Thema passenden Motette "Unser Leben währet siebenzig Jahr" des Schütz-Freundes Johann Hermann Schein. Die Continuogruppe des Barockorchesters begleitete professionell verlässlich und äußerst sensibel und sorgte mit der Darbietung der Cello-Sonate von Francesco Geminiani für einen weiteren Höhepunkt des Abends. Evelyn Buyken (konzertierendes Cello) überzeugte mit ihrem wunderbaren Spiel; begleitet wurde sie von Klaus Mader (Theorbe), Katja Dolainski (Violone) und Natalia Spehl (Orgel).

Mit der von allen Ausführenden gemeinsam musizierten Schütz-Motette "Verleih uns Frieden gnädiglich" ging das Domkonzert zu Ende. Die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer bedankten sich stehend, noch lange Beifall klatschend für ein tief bewegendes Konzert.

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